Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden

Die Sieger auf Kreisebene stehen fest

Seit über 50 Jahren ist der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden“ eine der größten „Bürgerinitiativen“ im Land. Durch diesen Wettbewerb wurden unzählige Maßnahmen zum Wohle der Heimat umgesetzt. Am mittlerweile 26. Wettbewerb haben sich, wie Landrat Willibald Gailler feststellte, im Landkreis Neumarkt i.d.OPf. insgesamt zehn Orte beteiligt. Der Wettbewerb stellt ein Instrument zu einer nachhaltigen Regionalentwicklung dar, er kann und soll die Bürger ermutigen und motivieren, die Entwicklungen eines Ortes aktiv zu gestalten. Weitere Maßnahmen der Dorferneuerung können dann auf dem Erreichten aufbauen. „Ziel des Wettbewerbs ist es, die Menschen dazu zu bewegen, ihre Chancen zu erkennen und die Zukunft ihrer Dörfer aktiv in die eigenen Hände zu nehmen. Dazu sollen ehrenamtliches Engagement und erbrachte Eigenleistungen für den unmittelbaren Lebensraum, unter Berücksichtigung der Ausgangslage, gefördert werden.“

Wie bereits berichtet, werden Hermannsberg und Burggriesbach im kommenden Jahr den Landkreis Neumarkt im Bezirksentscheid vertreten. Die Jury hat darüber hinaus je einen Sonderpreis für Sulzkirchen und Wolfsricht vergeben.

Langfristige Zielsetzung des Wettbewerbs ist es, dass sich Orte beteiligen,  um in einem längeren Prozess gezielt Entwicklungen und Maßnahmen anstoßen, die mit dem Ziel der Nachhaltigkeit vereinbar sind. Aufbauend auf den vorhandenen Gegebenheiten, der Geschichte und unter Berücksichtigung der Stärken und Schwächen der jeweiligen Gemeinde sollten nun zusammen mit dem Bürgermeister und dem Gemeinde- bzw. Stadtrat konkrete Vorhaben geplant und auf den Weg gebracht werden. Nicht allein wirtschaftliche Initiativen oder bauliche Entwicklungen sind hier ausschlaggebend, eine wichtige Rolle spielt auch das soziale und kulturelle Leben. Aktive Vereine tragen durch ihr Engagement wesentlich zur Entwicklung bei. Für das positive Erscheinungsbild eines Ortes und der Landschaft sind zudem heimische Bäume und Sträucher wichtig, die maßgeblich zur Verbesserung der ökologischen Situation beitragen.

Was war nun ausschlaggebend für die Entscheidung der Kommission? Der reizvoll gelegene Ort Hermannsberg zeichnet sich durch ein sehr starkes Bürgerengagement aus. So wurden in den letzten Jahren mehrere Maßnahmen umgesetzt, die der ganzen Bevölkerung zu Gute kommen. Die Marienquelle, aus der früher das Dorf sein Trink- und Brauchwasser holte, wurde 1997 von den Hermannsberger Landwirten wieder freigelegt und renaturiert. Alljährlich wird hier nun das Quellenfest gefeiert. Hermannsberg wurde überdies an den überregionalen Wanderweg „Jurasteig“ angebunden. Bei einer Wanderung kann man die umgebenden artenreichen Trockenrasen erleben. Eine Besonderheit stellt die Dorfkirche dar, die der Stadt Berching gehört. Aufgrund von Bauschäden dachte man sogar über einen Abbruch nach. Doch durch den Einsatz der Bürger wurde die Marienkirche wieder renoviert. Mit Hilfe der Dorferneuerung wurde 2011 durch viel Eigenleistung ein neues Dorfhaus für die Feuerwehr und die gesamte Bevölkerung errichtet. Hier im Zentrum befindet sich auch der Spielplatz für die Kleinen. Ein dort errichteter Backofen wird immer wieder bei Festlichkeiten gemeinsam genutzt. Prägend für den Ort ist eine ganze Reihe von alten Bäumen.

Burggriesbach hat mehrfach am Wettbewerb beteiligt und die Anregungen der Fachleute nach und nach umgesetzt. Eine lebendige Dorfgemeinschaft bemüht sich um die Weiterentwicklung und erbringt, falls erforderlich, enorme Eigenleistungen. Es gibt viele Unterstützungsnetzwerke, die sich um alle Generationen kümmern und somit für Lebensqualität sorgen. Der Ort präsentiert sich mit einem attraktiven Ortskern. Im Rahmen eines vereinfachten Dorferneuerungsverfahrens wurde der Dorfplatz im Zentrum neu gestaltet. Mit viel Eigenleistung ist das alte Schulhaus von der Pfarrei Burggriesbach zum Pfarrheim umgestaltet worden. Dort hat die Dorfgemeinschaft einen neuen begehrten Treffpunkt bekommen. Hier treffen sich die verschiedenen Gruppen und Vereine zu ihren Aktivitäten. Sehr ansprechend ist der alte Friedhof bei der Kirche mit seinen einheitlich hellen Grabsteinen. Auch die Erweiterung ist gelungen. Eine Besonderheit stellt die eigene Wasserversorgung dar, für die ein Quellsammelschacht und ein Hochbehälter vor über 10 Jahren errichtet wurden. In Burggriesbach findet sich noch eine Reihe von alten Gebäuden, die denkmalgerecht saniert worden sind oder in nächster Zeit renoviert werden. Ein abwechslungsreiches Netz an Biotopen macht das Umfeld des Ortes ökologisch wertvoll und stellt ein Plus für die Naherholung dar.

Sulzkirchen hat durch den Neubau einer Ortsumgehungsstraße die Möglichkeit bekommen, die breite Ortsdurchfahrt zurück zu bauen. Dies wurde im Rahmen der Dorferneuerung ermöglicht. Jetzt präsentieren sich die Straße und die begleitenden Flächen als attraktiver Erlebnisraum für alle Verkehrsteilnehmer.

Im kleinen Dorf Wolfsricht wurde durch das Engagement seiner Bewohner einiges erreicht, was in Orten gleicher Größe kaum zu finden ist. Ausgehend von der Errichtung der Bruder Klaus Kapelle, die inzwischen überregional bekannt ist, folgten eine Reihe von Aktivitäten. Alljährlich findet hier im Herbst eine größere Wallfahrt statt. Eine moderne Dorfhalle erfüllt verschiedene Aufgaben und dient nicht nur den Landwirten im Ort. Sie wird für eine Reihe von kulturellen Veranstaltungen genutzt. 

Bei der Gartenjahrabschlussfeier des Kreisverbandes überreichte Landrat Willi Gailler an die Siegerorte und die Teilnehmerorte die Preise.