Tag der offenen Gartentür am 25. Juni

Zum „Tag der offenen Gartentür“ am Sonntag, 25. Juni öffnet auch heuer wieder eine ganze Reihe von Privatgärten ihre Pforten. Gartenbegeisterte und Interessierte können bei dieser Gelegenheit mehr als nur einen kurzen Blick über den Gartenzaun werfen. Die Besucher können sich in aller Ruhe begeistern lassen von blühenden Stauden und Sträuchern, von malerischen Sitzplätzen, fruchtbaren Obstbäumen und von den vielfältigen Möglichkeiten, seinen Garten in eine ganz persönliche Wohlfühloase zu verwandeln. Sie haben die Gelegenheit, sich mit anderen auszutauschen und nehmen sicherlich viele Tipps und Anregungen mit nach Hause. Insgesamt 30 Gärten sind in der Oberpfalz dabei, alle Infos finden Sie in der aktuellen Broschüre!  

Schon zum 18. Mal laden bayernweit und darüber hinaus private Gartenbesitzer Besucher in ihre Gärten ein. Der Tag der Offenen Gartentür am letzten Sonntag im Juni ist auch im Landkreis Neumarkt ein Besuchermagnet, bietet er doch die Möglichkeit Einblicke in sonst verborgene Gartenparadiese zu nehmen. Am Sonntag, den 25. Juni von 10.00 bis 17.00 Uhr stehen im Landkreis Neumarkt im Bereich der Gemeinde Mühlhausen drei Gärten offen. Wie der Vorsitzende des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege Neumarkt Landrat Willibald Gailler betont, ist der Kreisverband immer bestrebt, ein unterschiedliches Spektrum an Gärten zu präsentieren. Dadurch können sich die Besucher viele Anregungen holen oder auch miteinander in einen Erfahrungsaustausch treten. Landrat Willibald Gailler lobte die Kreativität der Gartenbesitzer, sowie die Bereitschaft ihr privates Reich für Besucher zu öffnen und dankte ihnen.Darüber hinaus wird der Gartenbauverein Wappersdorf die Gäste mittags und mit Kaffee und Kuchen bewirten. Zur Unterhaltung spielt im Zelt das Duo „ElisaWolf“. Bürgermeister Dr. Martin Hundsdorfer bietet um 13.00 und 15.00 Uhr jeweils eine Kirchenführung an. Im Anschluss daran haben die Besucher die Möglichkeit, die freigelegten und neu hergestellten Erdkeller des ehemaligen Gasthauses Zapf zu besichtigen.

Im Landkreis Neumarkt öffnen folgende Gärten: 

In Mühlhausen selbst kann der Garten von Gabriele Zipf besichtigt werden. Ein prächtiger Walnussbaum begrüßt die Besucher im Föhrenweg 1b in Mühlhausen, wo Gabriele Zipf mit ihrer Tochter und deren Familie lebt. Der Garten ist ihr Reich. Dort hält sie sich möglichst jeden Tag auf. „Die Gartenarbeit hält mich fit“. Man glaubt es ihr aufs Wort, denn man sieht ihr das Alter nicht an. Sie ist die Witwe des so tragisch ums Leben gekommenen früheren Vorstands des Mühlhausener Gartenbauvereins. Der Garten trägt ihre Handschrift. Vieles von dem, was hier wächst, hat sie selber gezogen. Sie hat anscheinend einen „grünen Daumen“. Was ihr gefällt, wird vermehrt. So findet man überall Stecklinge von unterschiedlichsten Gehölzen. Wenn diese dann Wurzeln treiben und anwachsen hat sie ihre Freude daran. „Da habe ich dann auch gleich immer wieder Geschenke zu Geburtstagen oder bei Besuchen.“ Die Liebe, mit der sie ihren Garten pflegt sieht man. „Pflanzen sind viel zu schade zum Wegwerfen. Wenn ich sehe, was andere wegwerfen, tut es mir leid und ich nehme die Pflanzen mit. Bei mir findet sich immer eine Lücke für die Pfleglinge.“ Wenn ihr die Gehölze über den Kopf wachsen, werden sie zurecht geschnitten. Kunstvoll formiert geben sie dem Garten ihr Gepräge. Gabriele Zipf hegt die unterschiedlichsten Gewächse. Auch von ihren Rosen berichtet sie stolz, dass sie selber gezogen sind. Zur Versorgung der Familie wird ein umfangreicher Gemüsegarten angebaut. Dass die meisten Pflanzen selbst gezogen sind, ist selbstverständlich. Die Obstbäume liefern das Obst für die Frischversorgung. Vor kurzem hat sie auch Weinreben aus Stecklingen gezogen. Sie haben schon die ersten Früchte gebracht. Besonders schwärmt Gabriele Zipf von ihren Marienglockenblumen. „Sie erinnern mich an meinen Vater, der aus dem Krieg in Frankreich Samen mitbrachte.“ Jetzt blühen sie in unterschiedlichen Farben an den verschiedensten Stellen im Garten. Die Blumen dienen nicht nur der Freude. Sie braucht jedes Jahr Pflanzen zur Gestaltung des Fronleichnamaltares, der in der Garageneinfahrt aufgebaut wird. Den Garten begrenzt im Westen der Mühlbach, ein Seitenarm der Sulz. „Wenn es viel regnet oder bei der Schneeschmelze kann es passieren, dass der kleine Bach zu einem reißenden Fluss anschwillt. Wir hatten schon immer wieder Hochwasser, das den Garten überschwemmte, bis zum Haus reichte und die gegenüber liegende Wiese überflutete.“ Direkt am Wasser fühlt sich die Trauerweide wohl, die sich in nur wenigen Jahren zu einem dominanten Gewächs entwickelt. Einmal wurde sie schon geköpft, hat sich aber schon wieder mächtig ausgebreitet. Im Vorgarten stehen einige Bienenvölker, die für die Bestäubung der Pflanzen sorgen. Nicht nur die Bienen, sondern auch alle möglichen anderen Tiere wie Vögel fühlen sich in dem natürlichen Garten wohl. Beim Tag der Offenen Gartentür wird die Gärtnerei am Karpfenteich Stauden präsentieren und anbieten. Dazu wird Kreisfachberaterin Susanne Flach - Wittmann vom Landratsamt Neumarkt für gärtnerische Fragen zur Verfügung stehen. Parkmöglichkeiten finden sich entlang der Siedlungsstraßen und öffentlichen Parkplätzen in Mühlhausen.

In Wappersdorf befindet sich das Anwesen von Angela und Hubert Iberle. Sie präsentieren ihren Garten mit vielen verwirklichten Ideen.  Vor fast 30 Jahren hat man hier sich ein Haus gebaut und einen Garten angelegt. Prägte früher der Spielbedarf der Kinder den Garten, wurde dieser in den letzten zehn Jahren grundlegend verändert. „Die Ideen werden meist im Urlaub ausgebrütet“ verraten Angela und Hubert Iberle. „Allerdings können wir nur im Winter wegfahren, im Sommer braucht uns der Garten“. Mit den Bruchsteinen des elterlichen Hauses wurde begonnen Sitzplätze zu gestalten und das Gelände in unterschiedliche Räume zu unterteilen. Immer wieder hat man sich inspirieren lassen von schönen Gärten und die Ideen für den eigenen Bereich umgemünzt. Sogar ein alter Bauwagen ist liebevoll restauriert und in den Garten integriert worden. Er dient teilweise als Werkzeuglager und auf der anderen Seite hat man die Möglichkeit bei schlechtem Wetter das Frühstück einzunehmen. Auf Flohmärkten und bei anderen Gelegenheiten findet man immer wieder Schätze, die sich als Gestaltungselement für den Garten eignen. Mit diesen sind im Lauf der letzten Jahre ansprechende Räume gestaltet worden, die mit entsprechenden Gewächsen bepflanzt wurden. Farblich abgestimmt blühen die unterschiedlichsten winterharten Stauden mit den Rosen um die Wette. Mehrere Sitzplätze laden zum Verweilen ein. Als Ersatz für den alten Nussbaum, der beim Elternhaus stand, wurde ein neuer gepflanzt, der sich inzwischen gut entwickelt hat. Weitere Obstbäume, wie der Weiße Klarapfel oder ein Zwetschgenbaum liefern Obst für die Frischversorgung. In Hochbeeten oder normalen Erdbeeten wächst Gemüse für die Gartensaison im Sommer. Die organischen Abfälle aus dem Garten werden kompostiert und dienen den Kulturen als Dünger. Zusätzlich Mist und frische Eier liefern die Hühner, die in einer Ecke des Gartens gehalten werden und den Garten beleben. Der Gartenbauverein Wappersdorf, dessen stellvertretende Vorsitzende Angela Iberle seit Kurzem ist, hat sich mächtig ins Zeug gelegt, um die Besucher zu versorgen. Das ganze Dorf ist auf den Beinen und hilft mit. Während des ganzen Tages sorgen die fleißigen Helfer im Zelt neben dem Garten für die Bewirtung der Gäste. Beim Tag der offenen Gartentür wird Kreisfachberaterin Christa Englhard vom Landratsamt Neumarkt zu Gartenfragen informieren. Die Parkmöglichkeiten sind ausgeschildert. 

Nach zwanzig Minuten Fußmarsch ist über den Fuß- und Fahrradweg von Wappersdorf nach Weihersdorf der Garten von Cora Leroy und Oswald Boxleitner in Weihersdorf zu finden. Direkt am Fuß- und Fahrradweg von Wappersdorf her, am südwestlichen Ortsrand von Weihersdorf, Im Wieseck 10, liegt das Grundstück von Cora Leroy und Oswald Boxleitner. Seit 2010 wohnen sie in ihrem Haus mit dem toskanischem Flair. Im Jahr darauf wurden die Freiflächen um das Haus gestaltet. Dabei sollte Haus und Garten eine Einheit werden. Darüber hinaus korrespondiert der Garten mit der Obstwiese und den Bäumen auf dem angrenzenden Gemeindegrund. Zu den Pastelltönen am Haus und den roten Holzfarben wurden rotlaubige Gehölze wie Blutpflaume oder rote Zellernuss ausgewählt. Schlank bleibende Gehölze wie die Säuleneiche oder Säulenblutbuche lassen an den Urlaub im Süden denken. Von der üppigen Terrasse aus kann man den Blick in die Umgebung z.B. zum Sulzbürg schweifen lassen. „Mir war es auch wichtig, essbare Pflanzen im Garten zu haben“ sagt Cora Leroy, die Agraringenieurin. Dabei dachte sie nicht nur an heimisches Obst, es wurden auch Maibeeren, ein Maulbeerbaum oder exotische Gewächse wie Loganbeere und Schisandra gepflanzt. Auch im Bereich der Stauden kann die versierte Hobbygärtnerin von kulinarischen Köstlichkeiten schwärmen. So schmecken die jungen Blätter der Taglilien wie Schnittlauch. Im Kochtopf landet auch der Giersch, der, wie in England, mit gelbgrün panaschierten Blättern gepflanzt wurde. Der Handwerker und Künstler im Haus ist Oswald Boxleitner. Er arbeitet gerne mit Metall. Seine Kunstwerke zieren den Garten. Kunstvoll geschmiedete Stäbe stehen in den Staudenrabatten. Die Stäbe haben eine wichtige Funktion. Sie dienen als Gerüst zum Anbinden der Stauden, damit sie nicht auseinander fallen können. Eine Besonderheit ist eine exakt einstellbare Sonnenuhr, die sogar von der Normal- auf die Sommerzeit umgestellt werden kann. Der Gemüsegarten dient zur Versorgung mit frischem Gemüse und Kartoffeln. Hier dürfen die Gemüsepflanzen aber auch blühen und fruchten. Damit soll demonstriert werden, dass man selbst auf kleinem Raum zur Erhaltung von Kulturpflanzen beitragen kann. Bunt nebeneinander präsentieren sich bekannte Gemüsearten und unbekannte Raritäten aus Großmutters Garten. Cora Leroy pflegt ein Hobby, das in früheren Zeit ganz selbstverständlich war. Man musste sehen, dass man von seinem Gemüse selber Samen ernten konnte, damit man im kommenden Jahr wieder anbauen konnte. Im Zeitalter der Gartencenter und des Versandhandels im grünen Bereich war das nicht mehr nötig. Man kann aus einem reichhaltigen Angebot wählen. Inzwischen ist aber die Pflanzenzüchtung verstärkt in die Hände großer Konzerne gelangt, die kaum Interesse haben alte Kulturpflanzen zu erhalten. Hier vermehrt man eher ertragreiches Hochzuchtgemüse. Um dem Aussterben der alten Pflanzenschätze entgegen zu wirken, engagiert sich Cora Leroy im VEN, dem Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt. Sie hält Vorträge und Kurse u.a. auch im HAUS AM HABSBERG. Ihre Erfahrungen hat sie vor kurzem in einem Buch über „selbstgezogene Gemüsesamen“ veröffentlicht. Der VEN wird beim Tag der offenen Gartentür einen Informationsstand haben und einen Flohmarkt für Gartenbücher veranstalten. Der Erlös kommt dem Verein zugute. 

Eine Broschüre zur Erläuterung der Gehölze liegt auf. 

12.05.2017 | 07:23

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