Kompost statt Torf - Rettet die Moore!

Es ist wieder so weit, es ist Gartensaison: Blumenkübel auf der Terrasse, Blumentöpfe für die Fensterbank, aber auch Gärten werden neu bepflanzt. In den Gärtnereien und Gartencentern stapeln sich die Säcke mit Erden. Sehr viele handelsübliche  Blumen- und Balkonblumenerden enthalten als Hauptbestandteil Torf, dessen Abbau bedroht den hochsensiblen Lebensraum Moor.

Der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Neumarkt i.d.OPf. e.V. als Dachorganisation von 114 angeschlossenen Obst- und Gartenbauvereinen im Landkreis Neumarkt zusammen mit dem Bund Naturschutz, dem Landesbund für Vogelschutz und der Gärtnereiverband setzen sich dafür ein, dass in den Hausgärten torffreie Erden verwendet werden. Bei einem gemeinsamen Pressetermin stellten Landrat und 1. Vorsitzender Willibald Gailler, Werner Thumann, Sachgebietsleiter Gartenkultur, Landespflege und Umweltbildung, Alfons Greiner vom Bund Naturschutz, Dr. Bernd Söhnlein, der 1. Vorsitzende der Kreisgruppe Neumarkt im Landesbund für Vogelschutz, und Herbert Haberler, der Obermeister der Gärtnerinnung Neumarkt die Ausstellung „Kompost statt Torf – Rettet die Moore“ vor. Alfons Greiner vom Bund Naturschutz konnte die Ausstellung von Eckhard Schulz vom BN in Feucht organisieren. Dazu gibt es einen Vortrag des Autors und eine Filmvorführung im Rialto Palast Kino (siehe Begleitprogramm). Ergänzt wird die Ausstellung durch einen Beitrag des Sachgebietes für Kreisentwicklung, kommunaler Umweltschutz und Abfallwirtschaft über die „Kompostierung im Hausgarten“.

„Intakte Moore sind hochsensible Lebensräume, die durch den  Torfabbau stark bedroht sind“, betont Dr. Bernd Söhnlein. „Moore speichern zudem eine enorme Menge an CO2. Durch den Abbau der Moore in Bayern entweichen pro Hektar und Jahr bis zu 50 Tonnen schädlicher Klimagase.“ Landrat Willibald Gailler erläutert, dass  gerade im Hobbygartenbereich der Torf gut durch alternative Materialien ersetzt werden kann. So biete der Handel inzwischen eine Reihe guter torffreier Erden an, die u.a. durch die Verwendung von Rindenhumus, Holzfasern, Grüngutkompost und mineralischen Zuschlagstoffen hergestellt werden. „Die Verwendung dieser Produkte ist ein wertvoller Beitrag zum Erhalt der Moore“, so Gailler. „Gärtnern ohne Torf ist praktizierter Arten-, Hochwasser- und Klimaschutz“, ergänzt Sachgebietsleiter Werner Thumann. Damit die Eigenkompostierung im Garten problemlos funktioniert, verweist der Geschäftsführer des Kreisverbandes Werner Thumann auf den Vortrag über „Kompostierung“ im Programmheft des Umweltbildungszentrums HAUS AM HABSBERG. Schulklassen oder Kindergruppen können unter dem Motto „Unser Garten kommt in Fahrt“ bei Elisabeth Altmann „Gärtnern im Kleinen“.

 

Torffreie Erden sind u.a. zu haben bei folgenden Gärtnereien:

• Bauer's Blumen, Neumarkt

• Blumen & Garten Haberler Neumarkt-Pölling

• Gartenbaubetrieb Heiler, Sollngriesbach

• Blumen Nägelein, Postbauer-Heng

• Gartenbau Obermeier, Parsberg

• Blumen Schmidt, Beilngries

• Gartenbaubetrieb Wurm, Freystadt

• Blumen Zuckschwert, Neumarkt

• Gartenbau Rabovsky, Neumarkt

 

anwesend:

Landrat und 1. Vorsitzender Willibald Gailler

Werner Thumann, Sachgebietsleiter Gartenkultur, Landespflege und Umweltbildung

Alfons Greiner, 1. Vorsitzender der Ortsgruppe Neumarkt im Bund Naturschutz

Dr. Bernd Söhnlein, 1. Vorsitzender der Kreisgruppe Neumarkt im Landesbund für Vogelschutz

Herbert Haberler Obermeister der Gärtnerinnung Neumarkt

04.04.2016 | 12:47

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