Gartenglück erleben

Schon zum 16. Mal laden bayernweit und darüber hinaus private Gartenbesitzer Besucher in ihre Gärten ein. Der Tag der Offenen Gartentür am letzten Sonntag im Juni ist auch im Landkreis Neumarkt ein Besuchermagnet, bietet er doch die Möglichkeit, Einblicke in sonst verborgene Gartenparadiese zu nehmen. Am Sonntag, 28. Juni von 10 bis 17 Uhr stehen im Landkreis Neumarkt drei Gärten offen. Der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Neumarkt unter der Leitung seines Vorsitzenden Landrat Willibald Gailler hat heuer Ziele in Lupburg, See und Schnufenhofen ausgewählt. Wie Gailler betont, ist der Kreisverband immer bestrebt, ein unterschiedliches Spektrum an Gärten zu präsentieren. Dadurch können sich die Besucher viele Anregungen holen oder auch miteinander in einen Erfahrungsaustausch treten. Landrat Willibald Gailler lobte die Kreativität der Gartenbesitzer und dankte für die Bereitschaft, ihr privates Reich für Besucher zu öffnen. Darüber hinaus unterstützen auch die Gartenbauvereine vor Ort die Aktion.

Bei Gabi und Günter Stöcker in Lupburg erwartet die Besucher ein Wohngarten, der mit Liebe zum Detail gestaltet wurde. Im Ändresenweg 9, von Parsberg her kommend gleich die erste Straße links in Lupburg, befindet sich das ca. 900 qm große Grundstück von Gabi und Günter Stöcker. Um das Haus wurde ein reizvoller Rosengarten geschaffen. Der Wohngarten ist in verschiedene Räume aufgeteilt, die für die unterschiedlichen Bedürfnisse auch mehrere Sitzplätze bieten.

Eine Gartenreise nach England um das berühmte Sissinghurst Castle hat Gabi Stöcker inspiriert. Wieder zu Hause, machte sie sich unterstützt von ihrem Mann Günter ans Werk und gestaltete ihren Garten um. Fasziniert von der Farbenpracht der englischen Gärten wurde ein Beet in „Grün und Weiß“ angelegt. Die dauerblühende weiße Beetrose „Dominique Loiseau“ mit ihren prächtigen Staubgefäßen bildet das Grundgerüst. Eingefasst in streng formierten Buchshecken steht sie in Gemeinschaft mit weiß blühenden Stauden. An dem Teich wartet eine Nixe auf den Froschkönig eingerahmt von Frauenmantel. Nachdem das Grundstück derzeit an landwirtschaftlich genutzte Flächen angrenzt, wurden Blickachsen gestaltet. Von lauschigen Plätzen aus, kann man den Blick über die Landschaft schweifen lassen. Im Garten und an der Terrasse prägen öfter blühende Rosen in Gemeinschaft mit formiertem Buchs das Bild. Die Gärtnerin hat die Rosen bewusst nach ihrem Geschmack ausgewählt. Die Kordesrose „Laguna“ schmiegt sich über den Bogen im Eingang zum Garten. In den Beeten und Rankgerüsten blühen und duften „Leonardo da Vinci“ in Rot und Rosa, finden sich „Paul Noel“, „Elfe“ oder auch „Heidi Klum“. Damit sich Besucher über die Sorten orientieren können, sind sie mit kunstvoll gestalteten Etiketten versehen.voller Blüte stehenden Rosen.

In See bei Lupburg befindet sich um den ehemaligen Pfarrhof das Reich von Sonja Lein und Hans Molitor Schleyerbach. Um den mustergültig renovierten Pfarrhof haben die beiden ein Gartenparadies geschaffen. Schon zum zweiten Mal öffnen Sonja Lein und ihr Mann Hans Molitor – Schleyerbach ihre Pforten beim ehemaligen Pfarrhof in See. Bei der letzten Aktion schrieb jemand ins Gästebuch: „Wie im Paradies – danke dass wir hinein durften“. Schon außen am Zaun umweht die Besucher ein harmonischer Rosenduft unterschiedlicher „englischer Rosen“ und ihrer Begleiter und zieht einen in den Bann. Seit 1989 gestalten die ambitionierten Gärtner ihr Reich. Dabei leiten sie klare Vorstellungen. So ist aus dem ehemaligen Pfarrgut ein vielfältiger Lebensraum mit vielen traumhaften Ecken und Winkeln geworden.

Gegenüber der schmucken Dorfkirche betritt man das 2600 qm große Gartenreich durch die Gartentür. Den Vorgarten prägen eine Reihe unterschiedlicher Stauden, die eine harmonische Einheit bilden. Eine Besonderheit stellen die ca. 80 verschiedenen Strauchpäonien dar, denen man überall im Garten begegnet, die jedoch bereits verblüht sind. Der Pfad führt immer wieder an verschieden gestalteten Sitzplätzen vorbei, die zum Verweilen und Genießen einladen. Soweit es das Wetter erlaubt wird in der „Gartenküche“ gekocht. Im Freien das Essen zu genießen, vermittelt einem gleich ein Urlaubsgefühl. Hin und wieder wird auch der Backofen geschürt und darin knuspriges Brot gebacken. In der Scheune können die Besucher Bilder über das ganze Gartenjahr bestaunen. Hinter dem Haus befinden sich am Laubengang Weinreben und auch die Passionsblume. Der Platz neben dem Schwimmbad vermittelt mit seinen Kübelpflanzen ein südländisches Flair.

Beim Tag der offenen Gartentür wird Kreisfachberaterin Susanne Flach - Wittmann vom Landratsamt Neumarkt hier und im Wechsel mit Lupburg für Auskünfte zur Verfügung stehen. Der Gartenbauverein See wird die Besucher mit Kaffee, selbst gebackenen Kuchen und anderen Schmankerln verwöhnen. Auch frisch gebackenes Brot wird angeboten. Die Ministranten laden zu einer Tombola ein. Parkmöglichkeiten befinden an der Zufahrt zum Kirchplatz.

Beim Tag der Offenen Gartentür wird Kreisfachberaterin Susanne Flach - Wittmann vom Landratsamt Neumarkt abwechselnd in Lupburg und See für Auskünfte über die Gestaltung von Gärten zur Verfügung stehen. 

In Schnufenhofen bei Maria und Alfred Vogl finden die Besucher einen liebevoll gestalteten naturnahen Garten, in dem die Selbstversorgung mit gesundem Obst und Gemüse im Vordergrund stehen. Im Wiegenweg 10 in Schnufenhofen bei Seubersdorf  befindet sich das ca. 900 qm große Grundstück von Maria und Alfred Vogl. Dort empfängt die Besucher ein reichhaltiger Garten, in dem Gemüse und Kräuter den Schwerpunkt bilden. „Mir ist es wichtig was auf den Tisch kommt“ so erklärt Maria Vogl die Konzeption ihres Gartens. Die Gemüsepflanzen stehen in bunter Gemeinschaft auf den Beeten und dies ist auch der Grund, dass Masthähnchen als lebendige Rasenmäher die Grünflächen abgrasen dürfen. Darüber hinaus steht der Recyclinggedanke hoch im Kurs. Bevor etwas weggeworfen wird, macht man sich Gedanken, ob es nicht eine sinnvolle Verwendung für all die „wertvollen“ Dinge gibt. Da zeigt sich dann die Kreativität der versierten Hobbygärtnerin. Wenn wieder eine Idee geboren wurde, kommt Ehemann Alfred zum Zug und setzt die Idee baulich in die Tat um. Abgewitterte Gartenstühle sind mittels einer „Strickwolljacke“ wieder zu einem Blickfang geworden. Als Wegematerial  und zur Abdeckung von Randzonen dienen alte Steine, Ziegel. Feldsteine sind kunstvoll zu Trockenmauern und einer Kräuterspirale zusammengefügt. Die Steine speichern die Wärme und lassen die dort gepflanzten Kräuter aromatischer werden als auf einem flachen Beet . Über der Zufahrt thront eine Linde, die derzeit ihren süßen Duft verbreitet und den Insekten reichlich Nahrung bietet. Für einen schattigen Sitzplatz unter dem Balkon sorgt die Pfeifenwinde mit ihren großen Blättern, die sich mächtig emporrankt. Die Beete sind bepflanzt mit schönen Staudenkombinationen. Auffallend sind die unterschiedlichen Blattstrukturen, die gekonnt vergemeinschaftet sind. Unterstützt werden die Vogls durch den örtlichen Gartenbauverein. Beim Tag der Offenen Gartentür wird Kreisfachberater Franz Kraus vom Landratsamt Neumarkt für Beratungen zur Verfügung stehen. Parkmöglichkeiten finden sich entlang der Siedlungsstraßen in Schnufenhofen und in ausgewiesenen Bereichen.

Weitere Informationen zum Tag der offenen Gartentür gibt es im Internet unter www.gartenbauvereine.org

23.06.2015 | 09:36

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